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Bewegung

Barfußlaufen - der Mehrwert für deine Gesundheit

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer
09.04.2021 | 3 Minute(n) Lesezeit

Laut einer Analyse des GKV-Hilfs- und Heilmittelmarktes wurden bereits 2014 rund 8,9 % aller Frauen und 5,8 % aller Männer in Deutschland Schuheinlagen verschrieben. Mutmaßlich weist dieser Trend eine steigende Tendenz auf, weswegen diese Zahlen heute noch etwas höher ausfallen dürften. Auch die Dunkelziffer derjenigen, die aus medizinischer Sicht aufgrund ihrer anatomischen und biomechanischen Gegebenheiten eine Einlage bräuchten, ihre Probleme aber noch nicht bei einem Arzt ansprachen, dürften diesen Trend noch einmal verstärken. Sieht so aus, als wären Schuhe ein ernsthaftes Problem. Aber stimmt das wirklich? Die Sportwissenschaft ist da anderer Meinung: Das Problem sind eher die Füße in den Schuhen, die Schuhe haben die negative Entwicklung lediglich stark beschleunigt. Viele Menschen weisen aufgrund ihres Lebensstils eine zurückgebildete Fußmuskulatur auf, die irgendwann zwangsläufig mit anatomischen und biomechanischen Defiziten einhergeht. Schuhe sorgen dafür, dass diese Defizite nicht so stark auffallen bzw. uns nicht so stark beeinträchtigen, weil sie die schwache Muskulatur unterstützen. Und wenn es dann zu schlimm wird, geht man zum Arzt und bekommt Schuheinlagen, um die Defizite auszugleichen.

Das Problem sitzt tiefer...

Spreizfuß, Plattfuß, Knick-Senkfuß oder ein Hohlfuß – die Liste der möglichen Fußdeformitäten ist lang. Ihnen allen gemeinsam ist die Tatsache, dass aufgrund einer fehlenden Stabilität durch zurückgebildete Muskulatur im Fuß selbst irgendwann das Längs- und Quergewölbe nachgibt und damit die typische Last- und Kräfteverteilung beim Auftreten nicht mehr normal ist. Dadurch können sich verschiedenste Reizungen, Verletzungen und Abnutzungserscheinungen ergeben, die alle mit Entzündungen und Schmerzen einhergehen. Wir greifen daraufhin für gewöhnlich zu einer verstärkten Polsterung in den Schuhen, wodurch sich die Muskulatur nur noch weiter zurückbildet und damit die bestehenden Probleme zusätzlich verstärkt. Ein Teufelskreis entsteht, bei dem sich die Probleme durch Dysbalancen von unten weiter nach oben schleichen können. Auch Sprunggelenks-, Knie-, Hüft-, oder Rückenprobleme können ihre Ursache also in einer mangelhaft ausgeprägten Fußmuskulatur haben oder von ihr negativ beeinflusst werden.

Trainiere deine Füße!

Um das Problem bei der Wurzel anzupacken, muss die zurückgebildete Fußmuskulatur langsam wieder aufgebaut werden. Du hast dabei verschiedene Optionen zur Auswahl. Physiotherapeutische Übungen wie der „kurze Fuß nach Janda“, aktive Schuheinlagen oder simples Barfußlaufen – es gibt viele Wege, um die tiefe Fußmuskulatur zu kräftigen.

Gerade Barfußlaufen ist bei guten Wetterbedingungen und dem passenden Untergrund eine Möglichkeit, die du unabhängig von Zeit und Ort ausführen kannst, die nichts kostet und dabei noch viele weitere positive Effekte aufweist. So kannst du eine Achtsamkeitsübung mit einem Barfußlaufen über eine Wiese verbinden und dich dabei gezielt darauf konzentrieren, was du über die Füße alles sinnlich „erspüren“ kannst. Dies hat eine entspannende Wirkung und außerdem wird das Immunsystem trainiert. Wer regelmäßig barfuß läuft, trainiert also seine Fußmuskulatur und tut dabei noch etwas Gutes für seine Gesundheit.

Nichts überstürzen!

Der Aufbau einer guten Fußmuskulatur braucht viel Zeit und kann nicht über wenige Wochen erreicht werden. Im Idealfall nutzt du also jede Möglichkeit zum Barfußlaufen und kombinierst dein Training noch mit kräftigenden Fußübungen und aktiven Einlagen, falls dein behandelnder Arzt dies für notwendig erachtet. Wer von Anfang an zu intensiv an das Training herangeht, riskiert eine Überreizung der Fußstrukturen mit Schmerz- und Entzündungssymptomen. Diese sind derartige Belastungen nach der langen Schonzeit nicht mehr gewohnt und brauchen deshalb Zeit, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Worauf wartest du noch? Probier beim nächsten sonnigen Frühlingstag das Barfußlaufen doch einfach mal für dich aus und lass dich überraschen, wie angenehm sich die neu gewonnene Fußfreiheit anfühlt!

Tipp

Gerade für Heranwachsende ist das Barfußlaufen für eine gesunde Fußentwicklung sehr wichtig. Eltern sollten darauf achten, die eigenen Kinder so oft wie möglich barfuß laufen zu lassen, wenn es die Umstände erlauben.

Die Übungen im Video trainieren deine Fußmuskulatur und sind eine gute Grundlage für das Barfußlaufen:

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer

Ich bin Sportwissenschaftler und zusätzlich Trainer für die Bereiche Fitnesstraining, Rückenschule, Nordic Walking und Aquagymnastik. Ich mache einen gesunden Mix aus vielen verschiedenen Sportarten, am liebsten aber Kraftsport. Mein Motto: "Invent yourself. And then reinvent yourself."

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