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Bewegung

Rückenschmerzen – Das kannst du dagegen tun

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer
11.08.2020 | 2 Minute(n) Lesezeit
Was hat es damit auf sich?

Zwischen 74 und 85 Prozent aller Bürger in Deutschland leiden mindestens einmal im Leben an hartnäckigen Rückenschmerzen. Diese können sich oftmals über mehrere Wochen hinziehen. Auch die Rückfallquote innerhalb eines Jahres ist mit 47 bis 54 Prozent sehr hoch und zeigt deutlich, dass die Problematik den Erkrankten über eine längere Zeit und immer wieder begleitet.

Wenn du an Rückenschmerzen denkst, kommt dir vielleicht als erstes ein Bandscheibenvorfall in den Sinn. Diese Art von Verletzung ist jedoch nur selten für die anhaltenden Schmerzen verantwortlich. Tatsächlich ist eine eindeutige Diagnose der Ursachen durch die ärztlichen Untersuchungen bei 85 Prozent der Erkrankten nicht möglich. In der Medizin geht man aktuell von Mikroschäden und Entzündungen in der tiefliegenden Rückenmuskulatur als Verursacher aus. Durch fehlende Kräftigung, einseitige Belastung und falsche Haltung werden einzelne Muskeln oder Muskelgruppen überlastet. Darauf reagieren diese mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Durch die damit einhergehende Schonhaltung entsteht oftmals ein Teufelskreis und die Schmerzproblematik verschlimmert sich immer weiter.

Früher galt in der medizinischen Behandlung der Grundsatz des bewegungsarmen Auskurierens: Was im Alltag Bewegung erforderte und nicht unbedingt erledigt werden musste, sollte in der Leidenszeit vermieden werden. Damit wollte man den Heilungsprozess unterstützen. Mittlerweile existiert ein anderer Leitsatz in der Therapie bei Rückenschmerzen: „Alles, was möglich ist, sollte auch getan werden.“ Damit geht automatisch einher, dass man sich in einzelnen Bewegungsabläufen mit den Schmerzen arrangieren und konfrontieren muss. Sich möglichst wenig bewegen zu wollen, ist also verständlich, aber kontraproduktiv – und verzögert nur den Heilungsverlauf.

Tipp

Du musst bei leichten Rückenschmerzen nicht unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen. Die kassenärztliche Vereinigung empfiehlt, dass erst nach einem Anhalten der Schmerzen über 3 Wochen hinaus oder starken Schmerzsymptomen eine ärztliche Diagnose hinzugezogen werden sollte. Anders ist es bei neurologischen Ausfälle in Form von motorischen oder sensorischen Defiziten – diese sollten immer sofort ärztlich abgeklärt werden.

Was sollte man nun bei Rückenschmerzen tun?

Jede Art von Bewegung ist gut und hilft! Es gibt jedoch einige Sportarten, die gezielt deine tiefliegende Rückenmuskulatur und deinen Körperkern stabilisieren und diese widerstandsfähiger gegen Verletzungen und Schmerzen machen. Zu diesen Sportarten zählen beispielsweise Yoga, Pilates, Aquagymnastik oder Nordic Walking.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, deine Muskeln durch ein Stabilisationstraining zu stärken. Dabei wird deine Rückenmuskulatur durch eine Vielfalt an Übungen gekräftigt und ist im Alltag in der Lage, mehr Leistung zu vollbringen. Überforderungen und damit einhergehende Entzündungsproblematiken treten so seltener auf. Eine der Hauptübungen aus dieser Übungssammlung könnte dir bereits gut bekannt sein – die Plank.

Um Rückenschmerzen effizienter anzugehen, wurde in der Sporttherapie ein spezielles Trainingskonzept etabliert – die sogenannte Rückenschule. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Schulungsformat, in dem die Hintergründe zu den Schmerzen aufgezeigt und Bewegungs- sowie Haltungsimpulse praktisch angeleitet werden. Die Rückenschule ist aus medizinischer Sicht sehr zu empfehlen und liefert in der Linderung bzw. der Beseitigung der Schmerzen bei einem Großteil der Kursteilnehmer gute Erfolge.

Schon gewusst

Die Teilnahme an einem Kurs der „Rückenschule“ oder „Rückengymnastik“ wird in der Regel zu einem großen Teil, wenn nicht sogar vollständig, von deiner Krankenkasse übernommen. Informiere dich einfach mal!

Ein paar sehr gute Übungen für deinen Rücken, die dazu noch deine Haltung verbessern, findest du im Video:

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer

Ich bin Sportwissenschaftler und zusätzlich Trainer für die Bereiche Fitnesstraining, Rückenschule, Nordic Walking und Aquagymnastik. Ich mache einen gesunden Mix aus vielen verschiedenen Sportarten, am liebsten aber Kraftsport. Mein Motto: "Invent yourself. And then reinvent yourself."

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