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Tag der Freundschaft

Autorenbild von Fabian Laukamp
Fabian Laukamp
30.07.2021 | 3 Minute(n) Lesezeit

Hast du auch einen oder oder mehrere gute Freunde, auf die du dich immer verlassen kannst? Dann hast du sicherlich schon gespürt, wie wertvoll gute Freundschaften sind. Im Alltag nimmt man seine Freunde häufig für selbstverständlich, dabei sind sie alles andere als das.

Wie entstehen Freundschaften?

Hast du dir schon Mal Gedanken darüber gemacht, wie deine Freundschaften entstanden sind? Nimm dir doch mal einen kurzen Moment Zeit und erinnere dich an die Anfänge deiner Freundschaften. In den meisten Fällen wirst du zu dem Entschluss kommen, dass es ein glückliches Aufeinandertreffen war und sich dann nach und nach eine Freundschaft entwickelt hat. Der Frage zur Entstehung von Freundschaften wurde bereits in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgegangen und das Ergebnis lautet: Zufällige Nähe. Egal, ob der Tischnachbar aus der Schule, ein Aufeinandertreffen beim Sport oder der Gegenüber im Zug - es gibt eine Vielzahl von zufälligen Begegnungen, welche zu Freundschaften führen können.

Bestimmt hast du schon mal das Sprichwort “Gleich und gleich gesellt sich gern” gehört, aber stimmt das überhaupt? Schließlich gibt es ja auch noch ein anderes Sprichwort “Gegensätze ziehen sich an”. Die richtige Antwort lautet: Sowohl als auch. Freunde sind sich weder überdurchschnittlich ähnlich noch unähnlich. Große Überschneidungen gibt es hauptsächlich bei Alter, Einkommen und Bildungsniveau. Das ist jedoch nicht besonders verwunderlich, da diese Faktoren einen Einfluss darauf haben, welche Orte wir besuchen und dementsprechend die Wahrscheinlichkeit für ein Aufeinandertreffen erhöhen. Schon wenige Gemeinsamkeiten reichen für die Entstehung einer Freundschaft aus. In der Psychologie gibt es zudem noch eine spannende Beobachtung, den sogenannten “Mere-Exposure-Effekt”. Der beschreibt, dass Menschen oder Dinge, die wir zuvor als neutral bewertet haben, durch häufiges Wahrnehmen immer positiver bewertet werden. Wenn du einen Menschen also häufiger siehst, dann wird er dir - zumindestens in den meisten Fällen - mit der Zeit sympathischer werden und die Wahrscheinlichkeit für eine andauernde Freundschaft steigt. Damit eine Freundschaft nach den ersten Aufeinandertreffen überhaupt erstmal in Gang kommt, bedarf es einen gewissen Grad an Selbstoffenbarung. Du musst deinem Gegenüber also etwas persönliches von dir anvertrauen und wenn er das auch tut, dann ist die Grundlage zur Entstehung einer Freundschaft gelegt.

Tipp

Wer neue Freundschaften knüpfen möchte, der sollte versuchen die Wahrscheinlichkeit für ein zufälliges Aufeinandertreffen zu erhöhen. Also raus gehen und Menschen treffen. Am einfachsten funktioniert das an Orten, wo andere Menschen auch auf der Suche nach neuen sozialen Kontakten sind, beispielsweise beim Sport.

Gute Freunde für immer?

Der ein oder andere hat vielleicht noch Kontakt zu seinem Sandkastenfreund. Die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt jedoch mit dem Lebensalter. Genauso wie der häufige Kontakt das Entstehen einer Freundschaft begünstigt, sorgt der Verlust des regelmäßigen Austauschs dafür, dass Freundschaften sich nach und nach auflösen. Wer Wert auf lange Freundschaften legt, der sollte diese ausreichend pflegen und regelmäßig Kontakt halten. Wenn die Bereitschaft für die Pflege der Freundschaft nicht erwidert wird, dann ist es jedoch häufig besser dies zu akzeptieren.

Junge Menschen sind mittlerweile räumlich nicht mehr so stark an einen Ort gebunden, wie es früher der Fall war. Das hat zur Folge, dass mit dem Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt auch vermehrt neue Freundschaften entstehen und alte Freundschaften auf der Strecke bleiben. Das gemeinsame Erleben von herausfordernden Situationen, wie beispielsweise der erste Tag im neuen Job oder die erste Yoga-Stunde, kann dabei helfen, dass die Beziehung zueinander gestärkt wird.

Schon gewusst

Freundschaften verändern sich mit dem Alter, nicht nur in der Anzahl, sondern auch in der Qualität. Die Anzahl an guten Freunden sinkt mit dem Lebensalter, dafür steigt durch die Dauer der Freundschaften häufig die Qualität.

Was zeichnet eine gute Freundschaft aus?

Wenn man einen Blick in die Forschung wirft, dann stößt man neben der Nähe zueinander, dem regelmäßigen Kontakt und der gegenseitigen Unterstützung noch auf einen vierten Faktor: Das Gefühl, ob der Freund die eigene Identität anerkennt und bestätigt. Die Akzeptanz des Anderen spielt also eine ganz entscheidende Rolle. Ein guter Freund gibt uns das Gefühl, dass das, was wir machen, gut ist. Ich habe vor kurzem ein passendes Zitat dazu gelesen: “Ein Freund ist, wer dich fürs Schwimmen lobt wenn du beim Segeln gekentert bist.” Klar sollte auch der gute Freund mal kritisch sein, aber gerade wenn es mal nicht so gut läuft, ist es hilfreich einen besten Freund zu haben, der einen voll und ganz unterstützt.

Deswegen zum Abschluss: Danke an all die besten Freunde da draußen!

Autorenbild von Fabian Laukamp
Fabian Laukamp

Fabian ist Psychologe und interessiert sich für alles, was dir hilft, ein besseres und gesünderes Leben zu führen. Seine Lieblingsthemen sind Stressmanagement und Schlaf. Wenn er nicht gerade in seinen Laufschuhen unterwegs ist, dann probiert er gerne verschiedene Sportarten oder tobt sich kreativ in seiner Küche aus.

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