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Veränderungen als Möglichkeiten sehen

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer
19.03.2021 | 3 Minute(n) Lesezeit

Die angelsächsische Literatur beschreibt unsere heutige Zeit mit dem Ausdruck „VUCA“, einem Kurzwort aus vier unterschiedlichen Begriffen. Ausgeschrieben bedeuten die Bestandteile Volatility (Flüchtigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Schon hier wird deutlich, dass wir Teil einer schnelllebigen Gesellschaft sind, in der sich Dinge rasch wandeln und man sich häufig neuen Gegebenheiten anpassen muss. Dies stellt uns oftmals vor große Herausforderungen, da der Mensch sprichwörtlich ein „Gewohnheitstier“ ist. Doch woher kommt diese Grundeinstellung eigentlich?

Vergangenheit vs. Gegenwart

Im Grunde genommen handelt es sich dabei um ein Überbleibsel aus der evolutionsbiologischen Geschichte des Menschen. Damals lauerten noch an vielen Ecken und Enden Gefahren, die das Leben bedrohten. Das vertraute und eng verflochtene soziale Gefüge war unerlässlich für den Fortbestand des Menschen, da es Sicherheiten bot, die ohne Gruppenzugehörigkeit so nicht vorzufinden waren. Diese soziale Zugehörigkeit und auch die geographischen und biologischen Gegebenheiten, die das Leben mitbestimmten, veränderten sich nur langsam. Der Mensch hat in seiner Vergangenheit also nie wirklich lernen müssen, sinnvoll mit häufigen und plötzlichen Veränderungen umzugehen.

Diese natürlichen und sich nur sehr träge wandelnden Gegebenheiten haben jedoch in den letzten zwei Jahrhunderten eine gravierende Veränderung erfahren. Durch die industrielle, wissenschaftliche und technologische Revolution ist unser Leben und die damit verbundenen gesellschaftlichen Normen ziemlich auf den Kopf gestellt worden. Wir erfahren ständig Veränderungen, auf die wir spontan reagieren und uns anpassen müssen, um erfolgreich zu sein. Nie war also Darwins Grundaussage „Survival of the fittest“ passender als in der heutigen Zeit, obwohl es heute längst nicht mehr um „Fressen und gefressen werden“ geht.

Die Diskrepanz aus evolutionsbiologisch mangelhaft begründeter Anpassungsfähigkeit und der Schnelllebigkeit und Komplexität des aktuellen Zeitgeistes ist einer der Hauptgründe dafür, warum wir uns oftmals derart gestresst und ausgelaugt fühlen. Kein Wunder: für ein Verschnaufen und langsames Herantasten an die neue Situation bleibt in der Regel kaum bis nur wenig Zeit. Aber bist du dieser grundsätzlichen Unbeständigkeit hilflos ausgeliefert? Keinesfalls! Wir können unser Innenleben aktiv mit unseren Gedanken und unserem Verhalten beeinflussen und sind dem Lauf der Dinge nicht hilflos ausgeliefert. Wie das im Falle von Veränderungen am besten funktioniert, soll in folgenden drei Punkten verdeutlicht werden.

So solltest du an Veränderungen herangehen

1. Denk nicht zu viel nach

Viele Probleme, die Veränderungen und die damit einhergehende Unsicherheit mit sich bringen, sind selbstgemacht und haben von außen betrachtet nur wenig Begründung. Mit der Grundhaltung „Ich lasse die Dinge einfach mal auf mich zukommen“ hat man schon viel gewonnen. Viele der Faktoren, welche sich letztendlich auf die Realität auswirken, können wir nicht beeinflussen. Abwarten und Tee trinken.

2. Angst als treibende Kraft

Viele von uns haben einfach Angst: Angst vor Verlust, einem Fehler oder bloß davor, in der neuen Situation in den eigenen oder fremden Augen nicht gut genug zu sein. Schau dir deshalb deine eigene Lebensgeschichte an und versuche zu verstehen, woher diese Angst womöglich kommt, die dich in einer Weiterentwicklung und Anpassung lähmt. Manche Leute sind aufgrund ihrer Ängste so mit dem Status quo verwoben, dass sie sich zwanghaft mit ihm identifizieren und damit unbeweglich und abhängig werden.

3. Sei offen

Offenheit und Neugier sind eine Geisteshaltung, für die du letztendlich selbst verantwortlich bist. Es gibt durchaus ältere Personen, die nur noch in der Vergangenheit leben. Ihnen stehen allerdings auch Menschen gegenüber, die den Wandel der Zeit mitgegangen sind und mit Technologie, Internet und Co. besser zurechtkommen, weil sie sich nicht dagegen sperren. Lass daher ruhig einmal neue Impulse in deine bereits bekannte, verstaubte Umgebung. Jede Veränderung ist wie eine neue Spielrunde und der Ausgang dieses Spiels ist ungewiss. Du entscheidest jedoch, ob du mitspielen willst – oder gleich ganz aufhörst …

Kurz gesagt

Flexibilität ist nach gängiger wissenschaftlicher Meinung eine der wichtigsten Kernkompetenzen eines Menschen im 21. Jahrhundert. Diese kann zu einem großen Teil erlernt und durch unser tägliches Handeln und unsere Geisteshaltung aktiv beeinflusst werden.

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer

Ich bin Sportwissenschaftler und zusätzlich Trainer für die Bereiche Fitnesstraining, Rückenschule, Nordic Walking und Aquagymnastik. Ich mache einen gesunden Mix aus vielen verschiedenen Sportarten, am liebsten aber Kraftsport. Mein Motto: "Invent yourself. And then reinvent yourself."

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