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Bewegung

Welcher Sport hilft am besten gegen Stress?

Autorenbild von Robin Hofbauer
Robin Hofbauer
01.10.2020 | 2 Minute(n) Lesezeit
Warum hilft Sport bei Stress?

Wir Menschen sind darauf ausgerichtet, unsere Stressreaktionen natürlich „abzureagieren“. Dies hat den evolutionsbiologischen Hintergrund, dass eine Stressreaktion früher einmal an lebensbedrohliche Situationen gekoppelt war, die automatisch mit Bewegung verbunden war (meistens eben Kampf oder Flucht). Bleibt die Bewegung aus, die früher unser Überleben gesichert hat, staut sich der Stress wie in einem abgeschlossenen Behälter lange an, bis endlich eine Entladung stattfindet. Sport kann ein Ventil darstellen, diese angestaute Energie natürlich und ohne jemand anderen zu schaden abzulassen.

Unser psychisches Wohlbefinden und die persönlich gefühlte Ausgeglichenheit sind physiologisch betrachtet ein Produkt des Zusammenspiels etlicher Neurotransmitter, den Hirnbotenstoffen. Diese werden durch verschiedene Drüsen im Gehirn als Reaktion auf innere und äußere Reize ausgeschüttet und regulieren die Aktivität von Neuronen in diversen Hirnarealen. Sport kann die Ausschüttung dieser Stoffe positiv beeinflussen. Biochemisch betrachtet passiert beim Sporttreiben also sehr viel in unserem Gehirn.
Gleichzeitig lenkt Sport ab und verschafft eine Art von Denkpause, da wir den Aufmerksamkeitsfokus auf andere Inhalte verschieben oder einfache Handlungen immer wieder ausführen. Gerade die Aktivität des präfrontalen Kortex – einem Gehirnareal, das besonders für das ständige Grübeln bei Problemen verantwortlich ist – wird bei ausreichend Bewegung gehemmt und du kannst aus negativen Gedankenspiralen ausbrechen.

Welcher Sport passt nun zu dir?

Diese Frage lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Im Idealfall musst du dafür deinen Alltag, deine Interessen und deine Bedürfnisse reflektieren. Hast du beispielsweise einen bewegungsarmen Arbeitsalltag, der gleichzeitig stark von Termin- und Zeitdruck geprägt ist, so hilft es den meisten Personen mit ähnlichen Lebensumständen, wenn sie sich am Abend regelmäßig durch Sport richtig auspowern. Welche Sportart das letztendlich sein wird, kannst du frei entscheiden. Wichtig ist in erster Linie die Tatsache, dass dir die Sportart Spaß macht und dich nicht allzu viel Überwindung kostet – musst du dich nämlich zum Sport zwingen, bedeutet dies automatisch vermehrten Stress für den Körper. Diese Überlegungen bedeuten auch, dass bei einem Neueinstieg bzw. bei Wiederaufnahme der körperlichen Aktivität viel ausprobiert werden darf und sollte.

Wer dennoch einen wissenschaftlich fundierten Tipp haben möchte: Gerade langandauernde Ausdauereinheiten in der freien Natur sind zu empfehlen, da die positive Wirkung des Sports mit den wohltuenden Effekten des Aufenthalts in der Natur kombiniert wird. Dabei reichen schon drei Mal 45 Minuten pro Woche mit leichter Intensität, um eine stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung zu erzielen. Ebenfalls geeignet sind Entspannungsverfahren und Sportarten, welche gezielt die Atmung mit Bewegung verbinden. Beispiele hierfür sind Yoga und Pilates. Meditative Inhalte werden mit speziellen Atemmethoden gekoppelt, wodurch eine entspannende und stressreduzierende Wirkung für die gesamte Psyche eintritt. Ein regelmäßiges Atemtraining hat bereits nach kurzer Zeit starke Auswirkungen auf Herzfrequenz, Blutdruck und die psychische Ausgeglichenheit.

Tipp

Sport in der Gruppe kann sehr positiv für dein psychisches Wohlbefinden sein. Die gemeinsam durchgeführte Bewegungseinheit führt automatisch zur sozialen Interaktion und kann das Gefühl erzeugen, gemeinsam etwas zu erreichen. Gerade für die Etablierung von Sport als Gewohnheit kann dies von entscheidender Bedeutung sein.

Wenn es mal zu kalt draußen für Sport ist oder du keine Zeit für's Fitnessstudio hast, kannst du immer noch ein paar Übungen zuhause machen. Die folgenden Dehnübungen helfen dir dabei, nach einem anstrengenden Tag herunterzufahren, Stress abzubauen und dich zu entspannen.

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Robin Hofbauer

Ich bin Sportwissenschaftler und zusätzlich Trainer für die Bereiche Fitnesstraining, Rückenschule, Nordic Walking und Aquagymnastik. Ich mache einen gesunden Mix aus vielen verschiedenen Sportarten, am liebsten aber Kraftsport. Mein Motto: "Invent yourself. And then reinvent yourself."

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