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Positive Psychologie - So nutzt du sie im Alltag!

Autorenbild von Fabian Laukamp
Fabian Laukamp
15.06.2020 | 3 Minute(n) Lesezeit
Was ist die positive Psychologie?

Die positive Psychologie ist ein wissenschaftlicher Zweig der Psychologie und beschäftigt sich damit, wie das Wohlbefinden und die Zufriedenheit von Menschen gesteigert werden kann. Sie bildet somit eher ein Gegengewicht zur klassischen Psychologie, in welcher sich zum großen Teil mit der Abwendung oder Vermeidung von Krankheiten und Störungen befasst wird. Im Alltag richten wir unseren Fokus häufig auf die negativen Dinge und lassen Positives manchmal völlig außer Acht. Durch den Einsatz von positiver Psychologie kann der Blick für das Positive geöffnet werden. Dafür gibt es im Rahmen der positiven Psychologie vier grundlegende Strategien:

  • Minderung: Negatives soll reduziert werden
  • Verhinderung: Negativem soll vorgebeugt werden
  • Schaffung: Es sollen neue Qualitäten oder Stärken entwickelt werden
  • Vermehrung: Positives soll weiter gestärkt und Fähigkeiten verbessert werden

Du siehst: Positive Psychologie ist viel mehr als das oftmals in Ratgebern angepriesene positive Denken. Negative Gedanken und Gefühle gehören genauso wie die positiven zum Leben dazu und können sogar ein Anstoß für die persönliche Weiterentwicklung sein. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen kann das sogenannte positive Denken sogar eher kontraproduktiv sein. Einem depressiven Menschen zu sagen, er müsse einfach nur positiver denken, kann nämlich das Gegenteil bewirken. Wenn Außenstehende immer wieder sagen, dass man doch einfach nur positiver denken müsse und man sich dazu aber nicht in der Lage fühlt, dann wird man sich noch hilfloser fühlen. Außerdem kann es dazu führen, dass Betroffene ihre negativen Gedanken beim nächsten Mal lieber für sich behalten. Dadurch fällt eine wichtige Unterstützung weg: Der soziale Kontakt.

Kurz gesagt

Es geht also nicht darum, dass du dauerhaft immer positiv denkst und alle negativen Dinge verdrängst. Auch das Auseinandersetzen mit negativen Gedanken und Gefühlen ist wichtig für die eigene Psychohygiene.

Tipps zur Umsetzung im Alltag

Sicherlich hast du dich schon gefragt, wie du die Positive Psychologie in deinen Alltag integriert bekommst. Dafür habe ich dir fünf kleine Tipps mitgebracht, die dir dabei helfen können:

1. Schluss mit Vergleichen

Gehörst du auch zu den Menschen, die sich im Alltag gerne mit anderen Menschen vergleichen? Bis zu einem gewissen Grad können solche Vergleiche dir die nötige Motivation geben dich zu verbessern. Nehmen die Vergleiche jedoch Überhand oder vergleichst du dich mit Menschen, die über ganz andere Grundvoraussetzungen verfügen, dann kann das schnell in Frustration umschlagen. Mach doch mal den Test: Schreibe dir eine Woche lang immer auf, wenn du dich dabei erwischst dich mit jemand anderem zu vergleichen. Im Anschluss solltest du dann betrachten wie gleich oder unterschiedlich eigentlich eure Grundvoraussetzungen sind. Das Ergebnis dürfte dich überraschen.

2. Positive Momente sammeln

Das Sammeln positiver Momente macht man idealerweise am Abend. Bei dieser Übung geht es darum aufzuschreiben, was einem am heutigen Tag Gutes widerfahren ist. Beispielsweise: der freundliche Kunde, der dir einen schönen Tag gewünscht hat oder die Mittagspause in der Sonne. Diese Methode kann man auch wunderbar für ein Urlaubstagebuch nutzen, indem man an jedem Abend seine Top 3 des Tages aufschreibt. Hinterher hat man eine schöne Sammlung von besonderen Urlaubsmomenten, an die man sich gerne zurückerinnert.

3. Hindernisse sind Möglichkeiten

Bei Hindernissen kommt es meist auf deine Sichtweise an: Siehst du das Hindernis als etwas, das deinen Weg versperrt oder als eine Möglichkeit einen neuen Weg auszuprobieren und dir neue Fähigkeiten anzueignen? Wie du dir sicherlich schon gedacht hast, ist der zweite Weg der sinnvollere: Dort steht die Lösung des Problems und nicht das Problem selbst im Mittelpunkt. Wenn sich dir beim nächsten Mal ein Hindernis in den Weg stellt, dann frag dich selbst: Wie kann ich es überwinden? Was kann ich dabei lernen? Welche Stärken habe ich, die ich zum Überwinden einsetzen kann?

4. Dankbarkeit

Hast du schon mal von einem Dankbarkeitstagebuch gehört? Darin hältst du wahlweise jeden Morgen oder Abend fest, wofür du dankbar bist. Beispiele können eine gute Freundschaft oder der tolle Job sein. Wofür bist du heute oder in der Vergangenheit besonders dankbar?

5. Was wäre wenn?

Manchmal gibt es Situation bei denen wir den Ausgang nicht vorhersehen können, dann kreisen unsere Gedanken und wir versuchen zwanghaft auf das Ende zu kommen. Meisten sind die Gedanken dabei jedoch fernab der Realität. Beim nächsten Mal kannst du ein kleines Gedankenexperiment machen. Dafür musst du nur drei Fragen beantworten:

  • Was wäre das Schlimmste, was passieren kann?
  • Was wäre das Beste, was passieren kann?
  • Wie wird es realistischerweise ausgehen?

Die beiden Extreme festzulegen kann manchmal hilfreich sein, denn die Realität befindet sich häufig in der Mitte. In unseren Gedanken halten wir aber meist lieber an den Extremen fest. Die Konzentration auf den realistischen Ausgang einer Situation nach dem Identifizieren der unrealistischen Extremen kann dann beruhigend wirken und dir die Möglichkeit geben unvorhersehbare Situationen als solche zu akzeptieren.

Viel Erfolg beim Umsetzen im Alltag!

Autorenbild von Fabian Laukamp
Fabian Laukamp

Fabian ist Psychologe und interessiert sich für alles, was dir hilft, ein besseres und gesünderes Leben zu führen. Seine Lieblingsthemen sind Stressmanagement und Schlaf. Wenn er nicht gerade in seinen Laufschuhen unterwegs ist, dann probiert er gerne verschiedene Sportarten oder tobt sich kreativ in seiner Küche aus.

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