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Mittagsschlaf – gesund oder nicht?

Autorenbild von Fabian Laukamp
Fabian Laukamp

23.03.2022| 3 Minute(n) Lesezeit

Mittagsschlaf – das machen doch nur alte Menschen und Kleinkinder... oder? Tatsächlich kann ein Mittagsschlaf jedem Menschen zugutekommen. Ich verrate dir, wieso er so gesund ist und wie der ideale Mittagsschlaf aussieht.

Das Mittagstief – Teil des natürlichen Rhythmus

Ein Mittagsschlaf ist definitiv gesund und entspricht sogar dem natürlichen Rhythmus, denn ein Mittagstief ist ganz normal. Wer kennt es nicht: Nach dem Mittagessen ist man weniger leistungsfähig, die Aufmerksamkeit lässt nach und man fühlt sich müde. Dieses Tief ist, genauso wie das mitten in der Nacht, biologisch bedingt und in Form einer verringerten Körpertemperatur sogar messbar. Dass du ein Mittagstief hast, hängt also nicht vom Mittagessen ab, auch wenn eine große schwere Mahlzeit dein Mittagstief verstärken kann. Bei den meisten Menschen kommt das Mittagstief zwischen 12 und 14 Uhr. Je nachdem, ob du eher Spättyp (Eule) oder Frühtyp (Lerche) bist, verschiebt sich der Zeitpunkt etwas nach hinten bzw. vorne. In den meisten Fällen merken wir selbst ziemlich gut, wann unser Mittagstief einsetzt. Aber was kann man nun dagegen tun? Wie wär’s zum Beispiel mit einem Power Nap? Power Nap ist eigentlich nur ein neumodischer Begriff für Mittagsschlaf. Das englische Wort „nap“ lässt sich mit Nickerchen übersetzen. Das Wort „power“ steht für den Zustand nach dem Schlafen, wenn wieder die nötige Energie – also Power – vorhanden ist.

Der Mittagsschlaf und seine Vorteile

Viele Menschen verzichten lieber auf einen Mittagsschlaf, weil er in großen Teilen der Gesellschaft noch einen schlechten Ruf hat und oft mit Faulheit in Verbindung gebracht wird. Dabei sind die positiven Wirkungen eines Mittagsschlafs schon längst sehr gut nachgewiesen. Du solltest dich ohnehin von dem Gedanken lösen, dass du den ganzen Tag über zu Höchstleistungen fähig bist. Gerade zur Mittagszeit entstehen häufiger Fehler, da die Konzentration nachlässt. Ein kurzes Nickerchen kann deine Leistungsfähigkeit wiederherstellen, deine Produktivität erhöhen und das Tief überbrücken. Das zeigt sich beispielsweise in einer besseren Gedächtnisleistung und Reaktionsfähigkeit. Kleine Pausen – wie etwa ein kurzer Power Nap – bauen Stress ab und geben uns die nötigen Entspannungsphasen, in denen wir uns erholen können, um uns anschließend wieder frisch und fit zu fühlen.
Selbstverständlich ist ein Mittagsschlaf nicht in allen Berufsgruppen problemlos möglich. Diejenige, die die Möglichkeit haben, sollten diese also unbedingt nutzen! Für alle anderen ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich in der Mittagspause eine kurze Auszeit zu gönnen. Alternativ kann dir auch eine Atementspannung dabei helfen, dir Erholung im Berufsalltag zu verschaffen. Eine effektive und schnelle Möglichkeit ist die Bauchatmung. Die Bauchatmung kannst du flexibel an fast allen Orten zu jedem Zeitpunkt durchführen. Wer es aktiver mag, kann auch eine bewegte Pause in seinen Tagesablauf integrieren. Dafür bieten sich Dehnübungen oder ein kurzer Spaziergang an. Die verschiedenen Übungen sorgen dafür, dass du dich anschließend geistig wacher und fitter fühlst.

Tipps für einen erholsamen Mittagsschlaf

1. Dauer

Ein zu lang geratener Mittagsschlaf kann dafür sorgen, dass du anschließend müder, unkonzentrierter und schlechter gelaunt bist. Zeitlich solltest du deinen Mittagsschlaf deshalb auf 10–30 Minuten begrenzen, sonst fällst du in den Tiefschlaf und es wird dir sehr schwer fallen, anschließend wieder in Schwung zu kommen.

2. Zeitpunkt

Am wichtigsten ist, dass der Mittagsschlaf nicht zu nah an deinem Zubettgeh-Zeitpunkt liegt. Auch wenn du nur ganz kurz geschlafen hast, sorgt das dafür, dass du am Abend schlechter einschlafen kannst. Ein Grund, warum Menschen, die unter Einschlafproblemen leiden, lieber auf den Mittagsschlaf verzichten sollten.

3. Ort

Führe deinen Mittagsschlaf nicht im Bett durch, sondern auf der Couch oder im Liegesessel. Wenn du zusätzlich den Raum nicht komplett abdunkelst, fällt dir das Aufstehen anschließend deutlich leichter. Ansonsten ist es empfehlenswert, dass du dich an einen Ort zurückziehst, an dem du ungestört bist. Dazu gehört selbstverständlich auch das Stummschalten des Handys.

4. Aufstehen

Nach dem Wachwerden ist es wichtig, eine kurze Phase einzuplanen, in der du deinen Kreislauf wieder in Schwung bringst. Das können ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder Dehnübungen sein. Wer Schwierigkeiten mit dem Aufstehen nach dem Mittagsschlaf hat, kann einen sogenannten „Coffee Nap“ ausprobieren: Vor dem Mittagsschlaf einen Kaffee oder Espresso trinken und dann hinlegen. Das Koffein wirkt etwa 30 Minuten später und unterstützt dich somit beim Aufwachen.

Kurz gesagt

  • Die optimale Länge eines Mittagsschlafs beträgt 10 bis 30 Minuten.
  • Vermeide das Bett für den Mittagsschlaf, nutz lieber die Couch.
  • Such dir einen ruhigen Ort und stell dein Handy auf lautlos.
  • Plan am besten eine kurze Bewegungseinheit (beispielsweise einen kurzen Spaziergang) nach dem Mittagsschlaf ein, damit du wieder in Schwung kommst.
  • Verzichte auf einen Mittagsschlaf, wenn du Probleme beim abendlichen Einschlafen hast.

Topfit-Author: Fabian Laukamp
Fabian Laukamp

Fabian ist Psychologe und interessiert sich für alles, was dir hilft, ein besseres und gesünderes Leben zu führen. Seine Lieblingsthemen sind Stressmanagement und Schlaf. Wenn er nicht gerade in seinen Laufschuhen unterwegs ist, dann probiert er gerne verschiedene Sportarten oder tobt sich kreativ in seiner Küche aus.

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